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Restrukturierung und Veränderung richtig managen

Personalplanung und Führung sind entscheidend

Leistungsbereitschaft und Motivation hängen maßgeblich davon ab, ob ein Mitarbeiter insgesamt mit seiner Firma zufrieden ist. Das bezieht sich nicht nur darauf, wie die Arbeit organisiert wird, sondern auch darauf, welches Menschenbild und Wertesystem in der gesamten Organisation vermittelt und vorgelebt wird. Die Unternehmensführung soll eine Organisation schaffen, die die Mitarbeiter zu einem vollen Leistungseinsatz motiviert. Das funktioniert nur durch eine Orientierung am Menschen und seinen Einzelbedürfnissen sowie mittels eines kooperativen, integrierenden Führungsstils.

Neben dem zentralen Aspekt der Unternehmensorganisation sind mögliche Gestaltungsfreiräume sowie die persönlichen Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten ebenfalls wichtige Motivationsfaktoren in einer Firma. Ziel einer jeden Peronalentwicklung ist es zum einen, die Organisation voranzutreiben und zu entwickeln, sodass Sie den sich ständig verändernden Markt- und Gesellschaftsanforderungen trotzen können. Zum anderen sollte das Unternehmen als solches auch die Motivation der Mitarbeiter fördern und ihren Bedürfnissen entgegenkommen. Das ist kein Gegensatz - im Gegenteil, denn in einem gesunden Unternehmen entsteht zwischen Organisation und Mitarbeitern eine Situation, von der beide Parteien profitieren. Folgende Hinweise sollten Sie bei der Führung berücksichtigen, um Ihr Unternehmen zu einer Organisation zu entwickeln, die die Motivation und das Engagement der Mitarbeiter fördert und gleichzeitig zu einer sich ständig weiter entwickelnden, lernenden Organisation wird.

Organisationsentwicklung
Die ständige Weiterentwicklung und Verbesserung Ihres Unternehmens ist eine der Hauptaufgaben für Sie als Führungskraft, denn nur so kann Ihre Organisation langfristig bestehen. Hierbei sind Veränderungsstrategien vorzuziehen, die die Mitarbeiter miteinbeziehen und zu Mitgestaltern machen, damit die Restrukturierung gelingen kann. Tief greifende Organisationsentwicklungen passieren nicht über Nacht und beinhalten grundlegende Veränderung der Kultur, der Struktur und der überwiegenden Verhaltensweisen im Unternehmen. Das gilt in kleinen Handwerksbetrieben ebenso wie in Großkonzernen. Wieso ist es so wichtig, die Beteiligten, also die Mitarbeiter, in diesen Prozess zu integrieren?

Veränderungen erfolgreich im Unternehmen umsetzen
Veränderungen funktionieren nur, wenn Sie von den Menschen, die von ihnen betroffen sind, mitgetragen werden. Eigentlich eine Binsenwahrheit, die häufig dennoch nicht berücksichtigt wird. Ein Beispiel aus dem Alltag: Ein junger, engagierter Sohn übernimmt den Betrieb des Vaters und will ein neues Mitarbeiterbewertungssystem einführen. Bei der ersten Vorstellung des Systems wird dieses scheinbar angenommen. Die Vorteile bestechen: leistungsgerechtere Bezahlung, ein Mitarbeitereinsatz, der wirklich der Qualifikation entspricht, gesteigerte Motivation, gezieltere Förderung, mehr Produktivität. Bei der konkreten Einführung des Systems scheitert es dann dennoch. Der Fragebogen wird von den Abteilungsleitern zerrissen. Auch wenn der Junior sein Vorhaben anschließend durchdrückt, wird es nicht von Erfolg gekrönt sein, da die Abteilungsleiter und die Mitarbeiter nicht dahinter stehen. Tief greifende Veränderungen sind nur mit der Organisation zusammen und nicht von oben herab möglich. In diesem Fall könnten die Mitarbeiter der unterschiedlichen Hierarchieebenen bei der Entwicklung der Bögen beteiligt werden, außerdem sollten vorher eventuell Trainingsmaßnahmen durchgeführt werden, die die Eigenverantwortlichkeit und -initiative der Belegschaft fördern.

Ein Unternehmen gleicht einem Netz
Ein Unternehmen ist mit einem Spinnennetz zu vergleichen. Wenn man nur an einem Faden zieht, wackelt das ganze Netz. Das heißt, alles ist mit allem verknüpft und reagiert auf Veränderungen. Solange die Subsysteme optimal miteinander arbeiten, funktioniert das ganze System. Ist auch nur eines der Systeme allerdings defekt, funktioniert das ganze Unternehmen nicht mehr optimal. Zu den wichtigsten Untersystemen eines Unternehmens gehören das soziale System (Betriebsklima, Kommunikation, Human Resource, etc.), das technische System (Maschinen, Verfahren, Zeitläufe), die Administration und das externe System (Kunden, Markt, Öffentlichkeit etc.).
Bei einer Veränderung im Unternehmen sollten Sie die gegenseitigen Abhängigkeiten der internen und externen Subsysteme unbedingt berücksichtigen. Sonst können Sie eventuelle Störungen nicht wirklich verstehen und beheben. So können Probleme in einem System sich durchaus zunächst in einem anderen bemerkbar machen.

Menschengerechte Organisation
In einer Vielzahl von Unternehmen ist der Trend hin zu der am Menschen orientierten Organisation zu beobachten. Dies ist eine wichtiger Prozess, ohne den Sie Ihr Unternehmen nicht dauerhaft weiterentwickeln können. Denn Ihre Mitarbeiter verbringen an einem 8-Stunden-Tag immerhin den größten Teil ihrer Wachzeit im Unternehmen. Nur, wenn sie sich einigermaßen wohlfühlen, werden sie auf Dauer die volle Leistung erbringen und motiviert sein, sich für das Unternehmen voll einzusetzen. Wichtige Wohlfühlfaktoren für die Mitarbeiter sind unter anderem mögliche Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten sowie Gestaltungs- und Handlungsfreiräume. Diese Voraussetzungen stärken gleichzeitig die Identifikation mit dem Unternehmen.

Lern- und Kritikfähigkeit
Unternehmen unterliegen einem ständigen Anpassungsdruck: Technologien verändern sich laufend, Produktzyklen werden immer kürzer und die Konkurrenz schläft auch nicht. Eine fehlende Sensibilität für anstehende Veränderungen kann für ein Unternehmen existenzbedrohende Auswirkungen haben. Reagieren Sie früh auf Veränderungssignale, sodass Sie noch genügend Zeit haben, effektive Anpassungsstrategien zu entwickeln und umzusetzen. Sensibel für Veränderungen zu sein heißt auch kritik- und lernfähig zu sein. Dies lässt sich nur mit einer offenen, transparenten Unternehmenskultur verwirklichen, wobei Kritik erwünscht ist.

Die erfolgreiche Weiterentwicklung der Organisation
Eine effektive Weiterentwicklung kann nur stattfinden, wenn Sie frühzeitig auf Veränderungsdruck reagieren, dann ausführlich Fakten sammeln und die Situation analysieren. Hierbei erfolgt auch die genaue Betrachtung und Einschätzung des eigenen Unternehmens. Diese Analyse gibt Aufschlüsse, inwieweit sich die Veränderungen auf die Subsysteme im Unternehmen auswirken. Suchen Sie anschließend nach Lösungsalternativen und wählen Sie eine aus. Der letzte Schritt ist schließlich die Planung und Durchführung der entsprechenden Maßnahmen sowie deren Kontrolle. Schon in der Planungsphase ist es sehr wichtig, dass die Betroffenen integriert und zu Mitgestaltern werden. Nur so wird die Organisationsentwicklung zu einem ständigen Motivationsschub für die Belegschaft.

Weiterführende Literatur:
Haberleitner, E./ Diestler E. / Ungvari, R.: Führen, Fördern, Coachen. So entwickeln Sie die Potentiale Ihrer Mitarbeiter. Redline Verlag München 2007.

Autor: Dr. Andrea Kiendl, Redaktion tippund.info GmbH 2007.

 

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