Personalüberhang
Mit flexibler Personalausstattung Überkapazitäten abfedern
Der enorme Kostendruck, der in Krisenzeiten auf einem Unternehmen lastet, lässt sich durch eine flexible Personalausstattung abfedern. Sie reduzieren Ihre Personalausgaben und erhalten die Kernkompetenzen Ihrer Stammbelegschaft. Durch Maßnahmen zur Weiterbeschäftigung stärken Sie die Motivation und Leistungsbereitschaft Ihrer Mitarbeiter. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Sie davon abhängig, dass Ihr Team engagiert und professionell weiterarbeitet. Kostensenkungsmaßnahmen durch Personalabbau haben als negative Begleiterscheinung auch den Weggang der Mitarbeiter zur Folge, die eigentlich im Unternehmen verbleiben sollen.
Durch eine anspruchsvolle Personalarbeit halten Sie diese Leistungsträger in Ihrer Organisation. Unabhängig davon, wie notwendig und dringend eine Reduzierung von Personal für ein Unternehmen ist: In der Öffentlichkeit bleibt diese Tatsache äußerst negativ in Erinnerung. Mit einer flexiblen Personalausstattung unterstützen Sie Ihr positives Ansehen nach außen und tragen zu einem Image als "sicheres Unternehmen" bei. Durch diese Form der Personalarbeit sparen Sie die hohen Kosten, die bei der Akquisition von neuen Mitarbeitern anfallen.
Praxislösung
Nicht nur Unternehmen am Neuen Markt haben dieses Problem: Veränderungen im Unternehmen, die konjunkturell bedingt sind, aber auch Managementfehler und eine überschätzte Expansionspolitik machen häufig dringende Kosteneinsparungen erforderlich. Oft sind Entlassungen von Mitarbeitern, etwas beschönigend "Personalfreistellung" genannt, die erste Maßnahme, um die Ausgaben zu verringern. Doch nicht selten schaden die Firmen sich damit mehr, als dass sie den Fortbestand des Unternehmens retten, denn tiefgreifende negative Folgewirkungen lassen nicht lange auf sich warten.
Negative Auswirkungen von Personalabbau
Abgesehen von den hohen Kosten, die durch eine Verkleinerung der Stammbelegschaft und die mögliche spätere Akquisition neuer Kräfte entstehen, hat die Freistellung von Mitarbeitern noch weitere negative Auswirkungen. So kommt es durch die Angst vor Jobverlust bei der verbliebenen Belegschaft zu erhöhter Unzufriedenheit und einer allgemeinen Verschlechterung des Betriebsklimas. Gute Fachkräfte und damit auch Leistungsträger des Unternehmens wandern ab. Insgesamt verliert das Unternehmen an Kompetenz und an Loyalität seiner übrigen Angestellten. Das Ansehen in der Öffentlichkeit und damit auch bei Anlegern und Kunden leidet ebenfalls unter dem Personalabbau. Dennoch ergreifen viele Organisationen kaum Maßnahmen, um die vorhandene Personalausstattung flexibler zu gestalten. Arbeitszeitmodelle, die sich auf die Jahres- oder Lebensarbeitszeit ausrichten, finden sich nur in wenigen modernen Unternehmen. Aus einer flexiblen Personalausstattung lassen sich aber im Bedarfsfall immer mehrere Maßnahmen ableiten, die mehr oder weniger kompliziert umzusetzen sind.
Die flexible Personalausstattung
Eine flexible Personalausstattung zeichnet sich zum einen durch die Vermeidung und zum anderen durch die Erleichterung von Freistellungen aus. Sie vermeiden Entlassungen durch funktionale, zeitliche und finanzielle Maßnahmen, während bei der Erleichterung eher numerische und prozessuale Aspekte zum Tragen kommen.
Funktionale Flexibilität
Sie vermeiden Abbau von Personal, wenn Sie sich um einen Mitarbeiterstamm bemühen, der sich durch breitbandige Qualifikationen auszeichnet. Ihre Belegschaft sollte unterschiedlichen Anforderungen gewachsen sein und innerhalb kürzester Zeit neue Aufgaben übernehmen können. Fördern Sie deshalb die Beschäftigungsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter durch Fortbildungen, die eher positionsunspezifische und generelle Fähigkeiten vermitteln. Lassen Sie einzelne Beschäftigte gleichzeitig oder phasenweise verschiedene Arbeiten ausführen. Das setzt auf Mitarbeiterseite natürlich Mobilität, Flexibilität und ständige Lernbereitschaft voraus. So können Sie bei Engpässen schnell reagieren und Ihr Personal anderen Aufgaben zuführen.
Zeitliche Flexibilität
Es gibt viele Modelle, die Arbeitszeiten den aktuellen Unternehmensanforderungen anpassen. Empfehlenswert sind mittel- bis langfristig ausgerichtete Arbeitszeitmodelle, wie z. B. Sabbaticals, Lebensarbeitszeitverträge und Langzeitkonten. Bei einem schwankenden Arbeitsbedarf bleibt Ihnen so mehr Spielraum in der Gestaltung der Arbeitszeit, gleichzeitig erhalten Sie Ihrer Firma wertvolle Mitarbeiter.
Finanzielle Flexibilität
Prüfen Sie, ob es in Ihrem Unternehmen Möglichkeiten für eine variable Vergütung in schwierigen Zeiten gibt. Beispielsweise können Sie die Bezahlung leistungsorientiert an Umsatz oder Gewinn koppeln, eine Kapitalbeteiligung oder auch Freizeitausgleich anbieten. Mit diesen Lohnmodellen nehmen Sie in Krisenzeiten einen Teil des Drucks durch die hohen Personalkosten.
Numerische Flexibilität
Wenn die Freistellung von Personal nicht zu vermeiden ist, sollten Sie die zu erwartenden negativen Folgen durch eine im Voraus flexible Personalausstattung möglichst gering halten. Das ist vor allem für Unternehmen empfehlenswert, die mit starken Auslastungsschwankungen rechnen müssen. Pflegen Sie neben der festen Stammbelegschaft den Aufbau von Randbelegschaften. Dazu gehören z. B. befristete und bedingte Arbeitsverhältnisse, Heim- und Telearbeit, geringfügige Beschäftigung und Leiharbeit. Sie reduzieren damit betriebliche Personalleerkosten, erhöhen Ihren personalpolitischen Spielraum und sichern die Arbeitsplätze Ihrer Stammbelegschaft. Eine flexible Randbelegschaft führt oft zu gesellschaftlicher Kritik, da ein Teil des unternehmerischen Risikos nach außen auf die Arbeitnehmer, deren Angehörige und die Gesellschaft übertragen wird. Allerdings kommen Sie mit dieser Form auch anderen Betroffenen entgegen, wie z. B. Studenten, Berufsanfängern, Altersteilzeitkräften etc. Davon abgesehen sollte es für jedes Unternehmen von Interesse sein, dauerhaft in gut ausgebildetes Humankapital zu investieren, um innovations- und wettbewerbsfähig zu bleiben.
Prozessuale Flexibilität
Wenn sich der Abbau von Personal nicht vermeiden lässt, kommt es darauf an, dass Sie negative Begleiterscheinungen so gering wie möglich halten. Zum einen ist es von Vorteil, wenn Sie mit "marktgängigem" Personal arbeiten. Bei diesem verläuft die Trennung erfahrungsgemäß einfacher, weil sie schneller wieder eine Anstellung finden. Sie selbst schaffen marktgängige Mitarbeiter, wenn Sie die bereits o.g. generalisierten Fortbildungsmaßnahmen in Ihrem Betrieb durchführen. Je weniger arbeitsplatzspezifisch die Fähigkeiten Ihres Personals sind, desto leichter finden betroffene Mitarbeiter eine neue Stelle. Eine weitere Möglichkeit ist die Schaffung von unternehmensübergreifenden Arbeitnehmerpools. So können Sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder Kontakt zu den Betreffenden aufnehmen.
Hohe Ansprüche an das Personalmanagement
Die oben genannten funktionalen, zeitlichen und finanziellen Maßnahmen erhöhen Ihre Flexibilität und Anpassungsfähigkeit in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Die numerische bzw. prozessuale Flexibilität erleichtert Ihnen den Umgang im Fall von notwendigen Freistellungen. Natürlich kann nicht jedes Unternehmen alle Maßnahmen durchführen, hier müssen Sie die Wahl vom Unternehmenstyp und vom speziellen Einsatz abhängig machen. Gegebenenfalls integrieren Sie nur einzelne Punkte in Ihr systematisches Personalmanagement. Das erfordert eine genaue Abstimmung auf Ihre einzelnen Belegschaftstypen, dafür erhalten Sie Ihre Leistungsträger und damit die Kernkompetenz Ihres Unternehmens.
Quellen
Weiterführende Literatur

