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Personalentwicklung 50plus

Fachkompetenz für das Unternehmen sichern

Eine gezielte Fort- oder Weiterbildung von älteren Mitarbeitern findet zurzeit kaum statt. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Managementberatung Capgemini unter Personalverantwortlichen.

Die derzeitige Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zeigt aber, dass Unternehmen gut daran tun, ihr Fachkräftepotenzial im eigenen Hause aufzubauen. Der demografische Wandel, der Rückgang der Arbeitslosigkeit und nicht zuletzt die vermehrte Abwanderung Hochqualifizierter verkleinern langsam, aber sicher den Pool an geeigneten Bewerbern.

Laut Studie beabsichtigten drei Viertel der befragten Personalchefs nicht, das Fortbildungsangebot für ihre älteren Mitarbeiter zu erhöhen. Sie begründeten dies mit einem mangelnden Interesse der betroffenen Zielgruppe. Außerdem lohne sich die Investition nicht mehr. Zudem hätten die Älteren bereits an vielen Weiterbildungen teilgenommen. Paradoxerweise glaubten viele Befragte, die keine Fortbildungen planten, ältere Arbeitnehmer würden dennoch von Fortbildungen profitieren.

Bieten Sie daher spezielle Fortbildungsmaßnahmen für ältere Beschäftigte. In vielen Betrieben sind diese eher noch die Ausnahme. Dabei birgt die Erfahrung dieser Arbeitnehmer ein Potenzial, dessen Förderung sich lohnt. Leider sind nur wenige Seminare und Kurse didaktisch so aufbereitet, dass ältere Arbeitnehmer optimal von ihnen profitieren. Weitere Gründe für die geringe Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen sind Unsicherheit und fehlender Mut. Gerade ältere Mitarbeiter fürchten, sich zu blamieren oder dem Thema nicht gewachsen zu sein.

So motivieren Sie Angestellte ab 50 zur Weiterbildung:

  • Richten Sie den Lernstoff speziell auf die Bedürfnisse dieser Gruppe aus.
    Vermeiden Sie Wettbewerbssituationen in der Fortbildung.
  • Bieten Sie Lernstoff, der an die Erfahrung der Lernenden anschließt.
    Bevorzugen Sie arbeitsnahe, aufgabenbezogene Lernsituationen. 
  • Passen Sie Lernstrategien und Lerngeschwindigkeit den Gewohnheiten der Teilnehmer an und geben Sie ihnen nach der Fortbildungsmaßnahme ein intensives Feedback.
  • Setzen Sie sich selbst mit dem Alterungsprozess auseinander, um die Bedürfnisse von Arbeitnehmern 50plus zu erkennen.

Das Job-AQTIV-Gesetz bietet verschiedene Möglichkeiten zur Finanzierung Qualifizierungsmaßnahmen für ältere Firmenangehörige. Unter bestimmten Voraussetzungen übernimmt die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg die Kosten für die Weiterbildung älterer Beschäftigter in kleinen und mittleren Unternehmen. Damit will die Behörde das Wissen der älteren Arbeitnehmer auf dem aktuellen Stand halten und Arbeitslosigkeit verhindern.

Mit Fortbildungsangeboten, die sich direkt an Mitarbeiter über 50 richten, erleichtern Sie es dieser Gruppe, selbst aktiv zu werden und ihre beruflichen Kenntnisse von sich aus weiterzuentwickeln. Die aktuelle Bildungsforschung hat mit einigen Vorurteilen über ältere Beschäftigte aufgeräumt. Entgegen früheren Theorien bestimmt das Alter die Lern- und Leistungsfähigkeit nicht zwingend. Viele Einflussfaktoren, wirken auf Eigenschaften wie Leistungsfähigkeit und Lernbereitschaft. Wenn Arbeitszeit und Arbeitsplatzgestaltung den Bedürfnissen älterer Beschäftigter angepasst werden, haben Betriebe einen entscheidenden Schritt zu ihrer Beschäftigungsfähigkeit getan.
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bietet auf ihrer Homepage www.baua.de kostenlose Broschüren (zum Download) über die Potenziale Älterer in diversen Branchen.

 
Weiterführende Quellen:

    * Eigeninitiative lohnt sich. In: Ruhr Nachrichten, Sonderveröffentlichung, 13.07.02, S. MA 4.
    * Voelpel, S. / Leibold, M. / Früchtenicht, J.-D.: Herausforderung 50 plus: Konzepte zum Management der Aging Workforce: Die Antwort auf das demographische Dilemma. Publicis Corporate Publishing; Erlangen 2007.

 

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