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Personalentwicklung hat hohen Stellenwert

Strategiethema der Zukunft

Fast zwei Drittel der Personalleiter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz messen der Personalentwicklung einen hohen Stellenwert bei. Nur 6,2 Prozent bewerten die Personalentwicklung als eher unbedeutend für ihr Unternehmen. 60 Prozent der Unternehmen haben die Personalentwicklung bereits in der HR-Strategie verankert, die Hälfte besitzt eine eigene Personalentwicklungsstrategie. Für Unternehmer/innen ist sie als Strategiethema der Zukunft sehr wichtig.

Diese  Zahlen sind Ergebnisse einer in Kooperation mit der Universität Zürich erstellten Kienbaum-Studie (www.kienbaum.de) zur aktuellen Situation der Personalentwicklung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hierzu wurden in den drei Ländern Personalverantwortliche aus 161 Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen befragt. Das zentrale Ergebnis lautete: Während die Personalentwicklung noch vor zehn Jahren von nur sehr wenigen Unternehmen für wichtig genommen und in der Unternehmensstrategie verankert wurde, wird das Thema heute sehr ernst genommen.

Der Grund liegt auf der Hand: Fast alle Unternehmer und Führungskräfte spüren, dass es in den nächsten Jahren eng wird auf dem Bewerbermarkt. Zu wenige wirklich qualifizierte potenzielle Mitarbeiter sind zu einem vernünftigen Preis zu haben. Deshalb ist es von ungeheurer Bedeutung, nicht nur am Markt die besten Köpfe anzuwerben, sondern auch aus den jeweils verfügbaren Ressourcen das Beste zu machen. Frei nach dem Motto: Wenn Einstein schon nicht im Vorstellungsgespräch um eine Stelle ersucht, brauchen wir wenigstens Physiknachhilfe für den schlaueren Teil unserer Belegschaft…

In den von Kienbaum befragten Unternehmen dominieren aktuell folgerichtig klassische Personalentwicklungsthemen wie Fach- und Führungskräfteentwicklung und Weiterbildung. Ein großes Thema sind auch Zielvereinbarungsmethoden (Management by Objectiv-Prozesse). In der Zukunft wird vor allem das Thema Change Management an Bedeutung gewinnen. 41 Prozent der Unternehmen bewerten die Organisationsentwicklung und das damit einhergehende Change Management als zukünftigen zentralen Schwerpunkt der Personalentwicklung.

Um den zentralen Herausforderungen der Zukunft angemessen begegnen zu können, ist  Kommunikation die entscheidende Stellgröße. Den Studienergebnissen zufolge liegen aber ausgerechnet hier die größten Defizite. So werden Führungskräfte beispielsweise häufiger über aktuelle Personalentwicklungs-Programme informiert als Mitarbeiter der unteren Hierarchiestufen. Beispielsweise bekommen 31,5 Prozent der Führungskräfte und nur 8,3 Prozent der Mitarbeiter Informationen über das zur Personalentwicklung gehörende Nachfolgemanagement, also die Identifikation, Förderung und Bindung des potenziellen Nachwuchses. Kompetenzmodelle zur Mitarbeiterbeurteilung und zur individuellen Karriereplanung werden an die Hälfte der Führungskräfte, aber lediglich an ein Viertel der Mitarbeiter kommuniziert. Besser läuft es wenigstens im Bereich Bildungsmanagement: Dort werden Führungskräfte und Mitarbeiter nahezu gleichermaßen informiert.

Unmittelbar nach einem Training wird knapp die Hälfte des Gelernten im Berufsalltag angewendet. Sechs Monate danach sind es nur noch 31 Prozent. Nach einem Jahr sind drei Viertel des angeeigneten Wissens vergessen. Häufigster Grund für den nur teilweise erfolgreichen Trainingstransfer ist das Zurückfallen in alte Gewohnheiten. 13,4 Prozent der Personalverantwortlichen führen unspezifische Trainingsmaßnahmen als Grund an, gefolgt von mangelndem Praxisbezug und fehlendem Transferkonzept. Trainings machen deshalb nur Sinn, wenn der entsprechende Praxistransfer auch gewährleistet werden kann. Sorgen Sie also für eine nahtlose Anknüpfbarkeit des zu Lernenden und kontrollieren Sie den Transfererfolg in einem Maße, aus dem Ihre Mitarbeiter eine Verpflichtung ableiten.

Weiterführende Literatur:
Bröckermann, Reiner und Müller-Vorbrüggen, Michael (Hrsg.): Handbuch Personalentwicklung. Die Praxis der Personalbildung, Personalförderung und Arbeitsstrukturierung. 2. Auflage, April 2008.

 

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