Nachhaltiges Personalmanagement
Wie Sie durch Personalarbeit Wettbewerbsvorteile erlangen
Mit dem Beginn des digitalen Zeitalters veränderten sich die Wettbewerbsverhältnisse nicht nur auf dem Produkt-, sondern auch auf dem Personalmarkt. Hoch qualifizierte und motivierte Kräfte wurden weltweit immer wichtiger und zogen die Notwenigkeit nach sich, auch in weniger Human-Ressources-basierten Branchen nachhaltiges Personalmanagement zu betreiben.
Heute ist dies eine Selbstverständlichkeit: Mitarbeiter müssen motiviert werden, sich ständig weiterzuentwickeln (z. B. durch Fortbildungen), gleichzeitig müssen auf unternehmerischer Seite die entsprechenden Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden. Für nachhaltiges Personalmanagement müssen zunächst die organisatorischen Bedingungen geschaffen werden. So muss sich das Unternehmen in der Ausgestaltung zum Beispiel seiner Arbeitsverträge äußerst flexibel zeigen, da individuelle Wünsche und Bedürfnisse der Arbeitnehmer zu berücksichtigen sind.
Aber auch die Mitarbeiter selbst müssen die Bereitschaft zu nachhaltigem Personalmanagement mitbringen. Sie werden aktiv in den Betreuungsprozess eingebunden, was Engagement und Offenheit erfordert. Bei vielen Mitarbeitern wird ein Umdenken notwendig sein. Dies gilt jedoch nicht nur für die betreuten, sondern ebenso für die betreuenden Mitarbeiter der Personalabteilung. Auch sie müssen die notwendige Flexibilität zeigen. Sind die Bedingungen für nachhaltiges Personalmanagement gegeben, so kann die Ausgestaltung in Angriff genommen werden.
Instrumente nachhaltigen Personalmanagements sind beispielsweise:
- Gesundheitsmanagement: Ein Unternehmen kann grundsätzlich nur dann von Mitarbeitern profitieren, wenn sie physisch und psychisch gesund sind. Investitionen in die Gesundheit der Mitarbeiter betreffen sowohl die Gestaltung des Arbeitsplatzes als auch die Schaffung gesundheitsfördernder Rahmenbedingungen (z. B. Freistunden für Arztbesuche, Zahlung einer zusätzlichen Krankenversicherung für eine bessere Krankenbehandlung). Auch die Gestaltung der Arbeitszeit hat großen Einfluss auf die Gesundheit der Mitarbeiter.
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Flexible Arbeitszeitmodelle: Verschiedene Modelle zur Gestaltung der Arbeitszeit sind ein geeignetes Mittel für nachhaltiges Personalmanagement. Beim Job-Sharing zum Beispiel wird eine Stelle auf zwei Arbeitnehmer aufgeteilt. So können sich die Arbeitnehmer sowohl der Arbeit als auch anderen Bereichen des Lebens widmen. Eine Überforderung durch konfligierende Zielsetzungen wird vermieden. Ähnliches gilt für Telearbeit oder Sabbaticals. -
Anreizsysteme: Im Zuge konsequenter Personalentwicklung müssen die Mitarbeiter motiviert werden, sich ständig beruflich weiterzuentwickeln. Ein Mittel dazu stellt die Laufbahnplanung dar. Gemeinsam mit den Mitarbeitern werden langfristige Entwicklungsstufen vereinbart, die es zu erreichen gilt. Um die dafür nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen, muss das Unternehmen individuelle Bildungsbudgets bereitstellen, aus denen sich die Mitarbeiter zu Fortbildungszwecken bedienen können. Die Motivation durch Fortbildung und Eigenständigkeit reicht jedoch in der Regel nicht aus, um Mitarbeiter langfristig zu halten. Natürlich ist auch das Anreizsystem - sowohl finanziell als auch nichtfinanziell - der nachhaltigen Personalentwicklung anzupassen. Es muss die Mitarbeiter motivieren, ihre Leistungsbereitschaft zu erhöhen und Selbstverantwortung zu übernehmen.
Autor: Dr. Muna Stipp, tippund.info GmbH 2007.
Zaugg, R. J.: Nachhaltiges Personalmanagement. Deutscher Universitätsverlag, Wiesbaden 2007.

