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Mutige Personalführung gefordert

Herausforderungen im Personalmanagement annehmen

An Menschen in Führungspositionen werden hohe Ansprüche gestellt: Sie müssen entscheiden, welche Aufgaben die richtigen sind, sie müssen Dinge verändern und neue Zukunftsbilder entwickeln. Dazu gehört vor allem Mut, denn ohne diesen fehlt es an Überzeugungskraft und Entschlossenheit für notwendiges Handeln. Leider kommt vielen Führungskräften diese Eigenschaft mehr und mehr abhanden, denn die Tendenz ist es heute, sich gegen alle möglichen Gefahren zu versichern. Eine mutige Führung stellt sich der Gefahr möglicher Konsequenzen und nimmt sich die Freiheit, zu entscheiden. Das beginnt schon im Kleinen, wenn die persönliche Meinung geäußert wird, die Wahrheit gesagt wird, ohne sie zu verschweigen oder die Situation zu beschönigen. Wenn Sie als Unternehmer/in eine mutige Führung verwirklichen wollen, müssen Sie mutige Entscheidungen treffen.

Die Wirkung auf andere Personen lässt sich nicht einfach erlernen oder in Führungsseminaren antrainieren, sondern sie kommt aus der Mitte Ihrer Persönlichkeit. Nur wenn Sie mit und durch Ihre Persönlichkeit überzeugen, können Sie führen. Das unterscheidet Management von Führung: Das Management macht die Dinge richtig, verwaltet und führt Befehle aus. Führung macht die richtigen Dinge, verändert und entwickelt Visionen. Zu den zwei wichtigsten Herausforderungen von Führungskräften gehört also das Lösen von Sachproblemen und die Führung von Menschen. Während Sie ersteres erlernen können, müssen Sie das letztere durch Ihre Persönlichkeit mitbringen.

Mut als Kernkompetenz der Führungskraft

Die Fähigkeit, mutig zu sein, ist ein wesentlicher Faktor für die Qualität ihrer Führung. Mit Mut überzeugen Sie andere Menschen, ohne Mut wird es schwer sein, sie zu gewinnen. Viele Führungskräfte geraten gerade deshalb in Schwierigkeiten, weil ihnen oder auch ihren Vorgesetzten der Mut für ein entschlossenes und geradliniges Handeln fehlte. Im Gegensatz zu heute nannte man die Kernkompetenzen früher Tugenden, und Mut war eine der sieben Kardinaltugenden. Damals war gerade diese Tugend eine wichtige Eigenschaft, es handelte sich um eine Mut- statt wie heute um eine Sicherheitsgesellschaft. Die moderne Gesellschaft sichert sich gegen sämtliche Risiken des Lebens, von den Finanzen bis zur Gesundheit, ab.

Das macht eine Eigenschaft wie Mut fast überflüssig, denn wir verlassen uns darauf, dass unser Tagesablauf so funktioniert, wie wir es gewohnt sind. Dennoch ist Mut für Führungskräfte immer noch eine Kardinaltugend, das fällt nirgendwo mehr auf als dort, wo sie abhanden gekommen ist. Ersetzt wurde sie durch das Klammern an Rezepte, Instrumente, Regeln und die Vorgaben der Geschäftsleitung. Dies ist umso schlimmer, wenn es auf Kosten anderer Menschen geschieht. Eine mutlose Führung schiebt Entscheidungen immer weiter auf, zeigt sich populistisch und fährt Schlangenlinien, um deutliche Aussagen zu vermeiden.

Die mutige Führungskraft kennt die Angst

Viele Menschen glauben, dass Mut und Angst nicht zueinander passen. Das ist ein Irrtum, denn Mut wird aus Angst geboren. Nur wenn Sie zuvor Angst empfunden haben, weil die Überquerung einer Schlucht nur über eine Hängebrücke möglich ist , lässt sich daraus der Mut entwickeln, diese Angst zu überwinden. Sie tun das Richtige, obwohl es Sie ängstigt. Dabei spielt es keine Rolle, wie schwer die Bewältigung einer Herausforderung im eigentlichen Sinne ist. Der Mut, der sich an einer Angst misst, ist vollkommen subjektiv.

Während es für den einen vielleicht überdimensionale Kraft kostet, sich einem Hund zu nähern und ihn anzufassen, so verspürt ein anderer dabei vielleicht nur ein unangenehmes Kribbeln. Subjektiv verlangt die Überwindung einer fast phobischen Angst vor Hunden den größeren Mut als die Handlung eines anderen Menschen ohne diese Angst in einer vergleichbaren Situation. Nur wer seinen eigenen größten, persönlichen Schrecken kennt, kann versuchen, diesen zu bewältigen. Der Umgang mit der Angst ist erlernbar, ebenso auch der Mut.

Für mutige Führung gibt es viele Gelegenheiten

Für Mut im Führungsalltag gibt es nicht nur einzelne Chancen, sondern viele Gelegenheiten. Oftmals ist er auch dringend erforderlich, z. B. wenn es um eigenständiges Denken geht. Seien Sie mutig, eigene Gedanken zu formulieren, statt sich auf die scheinbaren Sicherheiten von Managementrezepten und Führungsinstrumenten zu verlassen. Bekennen Sie sich zur Wahrheit, auch wenn es manchmal vielleicht bequemer ist, diese zu verschweigen oder zu beschönigen. Zeigen Sie Mut zum Nichtwissen und gestehen Sie sich und anderen Ihre eigene Unvollkommenheit ein. Dies scheint in unserem perfektionistischen Zeitalter besonders schwierig zu sein.

Und letztendlich gehört zu einer mutigen Führung auch der Mut zur Ethik, denn Sie handeln ja nicht nur in ihrem Interesse, sondern für alle, die in- und außerhalb des Unternehmens davon betroffen sind. Mutige Führung kann also auch bescheiden sein und hat wenig mit spektakulären Auftritten zu tun, sondern mit so unscheinbaren Dingen wie selbstständigem Denken, der Übernahme von Verantwortung, Authentizität der eigenen Persönlichkeit, Herausforderungen anzunehmen, statt sie zu verschieben, Geradlinigkeit statt Wechselkurs.

Mutige Führungskräfte sind Vorbilder

Die Anwesenheit mutiger Personen wird von anderen Menschen immer wahrgenommen, denn Mut hat Ausstrahlung. Auch bei Leuten, denen er nicht ins Konzept passt, werden mutige Entscheidungen bzw. Auftreten respektiert. Das ist vor allem für Führungskräfte wichtig, da sie zusätzlich zu ihrer Führungs- auch eine Vorbildfunktion innehaben. Als mutiger Vorgesetzter ermutigen Sie also nicht nur Ihre Beschäftigten, sondern auch Ihren Chef. Wenn Sie fragen, wie Sie das bewerkstelligen sollen, so lautet die Antwortet schlicht und einfach: Machen Sie es einfach! Eine mutige Entscheidung zu treffen, bedeutet immer einen Sprung ins Ungewisse und ob Sie damit Erfolg haben werden, kann nie mit Sicherheit im Voraus gesagt werden.

Sie können allerdings etwas dafür tun, Ihren Mut zu trainieren: Finden Sie zunächst heraus, ob Ihr Mut mit Ängsten zusammenhängt. Wenn ja, nehmen Sie diese bewusst wahr und erkennen Sie den Kern Ihrer Angst. Damit wird sie automatisch kleiner und Sie können besser mit ihr umgehen. Führen Sie sich vor Augen, in welchen Situationen Sie Ihre Angst besiegen konnten und wie genau Sie es da gemacht haben. Je deutlicher Sie Ihre Angst kennen, desto besser können Sie notwendige Reaktionen im Voraus planen und die Herausforderung mit mehr Gelassenheit angehen.

Weiterführende Literatur:

Laufer, Hartmut: Grundlagen erfolgreicher Mitarbeiterführung: Führungspersönlichkeit - Führungsmethoden – Führungsinstrumente. 5. Auflage, 2008.

 


 


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