Emotion und Führung
Bessere Ergebnisse durch emotionale Stärkung
Dass nicht nur intellektuelle, sondern auch emotionale Intelligenz in Unternehmen zu besseren Ergebnissen führt, ist seit Jahren unstrittig. Viele Manager sind sich jedoch häufig nicht darüber im Klaren, wie sich ihre Gefühlslage auf die Mitarbeiter auswirkt und welchen Einfluss ihre Stimmung auf das Arbeitsklima im Unternehmen hat. Dabei belegen Forschungsergebnisse, dass die Stimmung einer Führungsperson ansteckend wirkt. Wenn sie positiv ist, beeinflusst sie die Leistung der Mitarbeiter am stärksten (sog. Dominoeffekt).
Emotionale Fähigkeiten sind nur zum Teil angeboren, im Wesentlichen ergeben sie sich aus Erfahrungen und Gewohnheiten. Daher kann jeder seine emotionale Intelligenz nicht nur prüfen, sondern auch durch Selbstmanagement steigern. Ein Fünf-Stufen-Prozess hilft bei der dazu erforderlichen Umstrukturierung der Vernetzungen im Gehirn.
Wie breiten sich Stimmungen im Unternehmen aus?
Das Zentrum menschlicher Emotionen befindet sich im limbischen System des Gehirns. Dieses System bildet einen offenen Regelkreis und reagiert daher auf externe Anstöße. So kommt es, dass die eigenen physischen Funktionen und auch die eigenen Gefühle dem Einfluss anderer Menschen unterliegen. Weil im Unternehmen alle den Firmenchef beobachten, breiten sich emotionale Reize von der Spitze des Unternehmens aus. Die Gefühlslage von Vorgesetzten hat dann die größte Wirkung auf die Leistungen der Mitarbeiter, wenn sie positiv ist. Dafür muss sie jedoch mit den Gefühlen der Menschen im jeweiligen Umfeld übereinstimmen und authentisch sein. Übertrieben gute Laune wirkt sich negativ aus. Emotionale Fähigkeiten sind nur zum Teil angeboren, im Wesentlichen ergeben sie sich aus Erfahrungen und Gewohnheiten. Daher lässt sich die emotionale Intelligenz nicht nur prüfen, sondern auch durch Selbstmanagement steigern. Erforderlich ist dazu die Abkehr von Gewohnheiten, mit anderen Worten, die Umstrukturierung der Vernetzungen im Gehirn.
Fünf-Stufen-Prozess zur Steigerung der emotionalen Intelligenz
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Zunächst ist es nötig, sich ein ideales Bild von sich selbst zu machen. Diese Übung hilft, fehlende Elemente des bisherigen emotionalen Stils zu entdecken. Die Gegenüberstellung des idealen und des tatsächlichen Selbst ist der erste Schritt zur kritischen Selbstreflexion.
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Auf der nächsten Stufe des Prozesses gilt es, den eigenen Führungsstil mit den Augen anderer zu betrachten. Führungskräfte sollten versuchen, die Wahrheit schonungslos zu ergründen und sich nichts vorzumachen. Offenheit für Kritik hilft dabei, und Mitarbeiterbefragungen liefern wichtiges Feedback.
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Sobald Klarheit über das ideale und das tatsächliche Selbstbild besteht, folgt die nächste Stufe: die Schließung der Lücke zwischen Soll und Ist. Dazu ist es notwendig, einen Handlungsplan aufzustellen, der konsequent in die Tat umgesetzt wird. Er dient der mentalen Vorbereitung und ist deshalb so wichtig, weil alte Gewohnheiten durch neues Verhalten ersetzt werden sollen.
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Erkenntnisse der Gehirnforschung zeigen, dass Aufgaben umso besser erfüllt werden, je stärker die vorherige Aktivierung ist. Das neue Verhalten muss so lange geübt werden, bis es automatisch abläuft. Nur so lässt sich ein nachhaltiger Verhaltenswandel erzielen.
- Der letzte Schritt im ?Selbstentdeckungs- und Neufindungsprozess? besteht darin, eine Gemeinschaft von Unterstützern aufzubauen. In einem solchen Kreis ist es möglich, ungewohnte Führungselemente ohne Risiko auszuprobieren.
Weiterführende Literatur:
Marc A. Pletzer
Emotionale Intelligenz - Das Trainingsbuch. Haufe Verlag 2007.
Autor: Dr. Muna Stipp, tippund.info GmbH 2007.

